Ungarndeutsche stellten sich in Berlin vor

28. August 2017 - 14:24 - Quelle: - 0 kommentier
Das Bundesministerium des Innern öffnete seine Tore für Besucher: im Rahmen einer großangelegten Veranstaltungsreihe gewährte die Verwaltungsbehörde am 26. und 27. August einen Einblick hinter ihre Kulissen. Zum Tag der offenen Tür in Berlin bekamen das Kulturensemble einer repräsentativen ungarndeutschen Bildungseinrichtung, sowie auch die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen eine Einladung. An einem mit den friesischen, dänischen und sorbischen Minderheiten und mit den Romas und Sintis Deutschlands, mit den in Europa lebenden deutschen Minderheiten und den sogenannten Spätaussiedlern gemeinsamen Stand machte die Delegation die deutsche Volksgruppe in Ungarn bekannt.
Ein Teil der Delegation mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière

Spannende Einsatzvorführung der Bundespolizei erleben, Tipps und Tricks von Sicherheitsexperten zur sicheren Internetnutzung bekommen, einen Besuch im Leitungsbereich und in den Dienstzimmern des Ministeriums abstatten, und sogar Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière persönlich treffen konnten alle, die am vergangenen Wochenende den 19. Tag der offenen Tür des Bundesinnenministeriums besuchten. An dem einen von den über 30 Ständen wurden Interessierte von dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk und seinen Mitarbeitern erwartet. Wer geduldig Schlange stand, hatte die Gelegenheit, durch umfangreiches Informationsmaterial, durch Quizspiele und regionale Spezialitäten die nationalen Minderheiten Deutschlands, die in den verschiedenen Ländern Europas lebenden deutschen Minderheiten, sowie die in den letzten Jahrzehnten in die Bundesrepublik zugezogenen Volksgruppen kennenzulernen. Die lockere Vorstellung lenkte die Aufmerksamkeit jedoch auch auf ernste Angelegenheiten, so beispielsweise auch auf Minority Safepack, eine Bürgerinitiative der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten, die sich zum Ziel gesetzt hat, binnen einem Jahr eine Million Unterschriften zu sammeln, um für die Rechte und effektivere Interessenvertretung der Minderheiten in der Europäischen Union einzustehen.

Auftritt der Gruppe aus dem UBZ

Highlights der interaktiven Präsentation am Minderheitenstand waren - neben Aufführungen eines traditionellen Marionettentheaters einer deutschen Sinti Familie – zweifelsohne die Volkstanz- und Gesangproduktionen der Schülerinnen und Schüler des Ungarndeutschen Bildungszentrums (UBZ) zu Baja. Ihre aus Polka-, Walzer- und Marschschritten bestehenden Tanzchoreographien, die Volkslieder und die lustigen Mundartgeschichten, die die aus Baja angereisten Gymnasiasten diesmal vor einem Publikum in Berlin zum Besten gaben, erzählten von der einstigen Lebensweise der ungarndeutschen Gemeinschaft, von fleißigen Alltagen und vergnügten Festen. Das UBZ ist eine der leitenden Bildungseinrichtungen der Ungarndeutschen, deren Mission vor allem die Pflege und Weitervererbung von Sprache, Kultur und Jahrhunderte alter Tradition der Ungarndeutschen, und zugleich die Stärkung der deutschen Identität der dort lernenden Jugendlichen ist.

Hartmut Koschyk, Theresia Szauter, Otto Heinek

Auch die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen – die übrigens selber Gründerin der Trägerstiftung der Bildungsinstitution in Baja ist – war am Tag der offenen Tür vertreten. Vorsitzender Otto Heinek sprach sich dafür aus, dass es weittragend sei, an solchen Ereignissen teilzunehmen, weil dadurch die Vielseitigkeit der Ungarndeutschen weiter popularisiert werden kann: „Der Stand der Ungarndeutschen wurde von vielen Interessenten besucht. Wir haben ungarndeutsche Literatur mitgenommen, Kataloge von unseren Künstlern, und umfangreiches Informationsmaterial. Die UBZ-Schülerinnen haben zwischen ihren Auftritten mit vielen Kindern gespielt und gebastelt. Es war eine gelungene Vorstellung in Berlin, wo man ja nicht viel über Minderheiten weiß. Ich bin dem UBZ sehr dankbar, dass dank des Beitrags der Schülerinnen und Schüler, sowie der Pädagogen Theresia Szauter, Jeanett Melcher und Josef Emmert unsere Selbstvorstellung so gut gelungen ist.“

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